Auftanken und Kräfte sammeln – Inklusive Familienfeizeit

„Dass du dir das zugetraut hast, hätte ich nie gedacht!“ Voller Stolz empfängt Rita ihren Sohn am Ende der Zip-Line. Theo ist körperbehindert und hat sich zum ersten Mal alleine getraut, mit der Zip-Line 300 Meter durch den Wald zu sausen. Er strahlt übers ganze Gesicht! Mutter und Sohn sind glücklich. Es ist eine Momentaufnahme während der Freizeit für Familien in der Osterwoche im Feriendorf Schramberg-Sulgen. Die Freizeit ist ein Angebot der katholischen Erwachsenenbildung und des Dekanats Esslingen-Nürtingen. 17 Familien mit und ohne behinderte Kinder sind in den Schwarzwald gefahren, um vielfältige Impulse zu bekommen, um aufzutanken und um miteinander Abenteuer zu erleben. „Hier wird Inklusion gelebt“, sagt Tobias Haas von der Seelsorge bei Menschen mit Behinderung: „Die Begegnungen, die hier entstehen, kann ich nur bedingt organisieren, aber ich kann Rahmenbedingungen schaffen, die Spielräume dafür eröffnen.“ Zu diesen Rahmenbedingungen trägt auch die erfahrene Erzieherin Cornelia Guserle bei, immer darauf bedacht, die Angebote, so zu arrangieren, dass sie ein Auftanken bewirken.

Kräfte zu tanken war die ganze Woche über das Leitmotiv der inklusiven Familienfreizeit des Dekanats Esslingen-Nürtingen. Dass dies gelingen konnte, lag mitunter daran, dass sich die Familien gegenseitig geholfen und unterstützt haben. So ist die Freizeit ein Geben und Nehmen zugleich. Den einen ist geholfen, wenn das Kind Spielideen vorfindet, bei dem es auch gut mit der Einschränkung spielen kann, anderen helfen Gespräche. Daneben hat ganz viel das wunderbare Wetter zur guten Stimmung beigetragen.

Andreas Rieck, Theologe und Coach, setzte mit praxisnahen Impulsen zum Thema Resilienz einen inhaltlichen Akzent. Viele Teilnehmer genossen die Möglichkeit, die Kinder gut betreut zu wissen, um sich mal wieder in eine thematische Auseinandersetzung zu vertiefen und Anregungen für das eigene Leben mitzunehmen.

Jugendliche, die schon öfters dabei waren bereicherten das Programm. Vom Nachtgeländespiel über einen Einführungskurs im Fechten bis hin zu Spielangeboten war hier eine große Bandbreite geboten. Am letzten Abend am Lagerfeuer waren sich alle einig, wenn wir so das Miteinander leben, ist für alle Platz. Die Dekanatsfamilienbeauftragte Ute Rieck resümierte beim Abschluss: „Hier wird Kirche erlebbar und erfahrbar für Klein und Groß!“