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Sie waren Juden aus Esslingen

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Dieser Tag wurde 1996 vom Bundespräsidenten Roman Herzog offiziell zum „Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärt, und 2005 erhoben ihn die Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“. Auschwitz ist das Synonym für einen in der Geschichte beispiellosen Rassenwahn, in dessen Folge über sechs Millionen Juden, aber auch andere Gruppierungen wie Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle oder Andersdenkende ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Das Wichtigste an diesem Denk-Tag ist unser kontinuierliches Gedenken und Nicht-Vergessen des unermesslich großen Leids jedes einzelnen Opfers: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ (Gunter Demnig, Stolpersteine)

Erinnerungen an die Juden aus Esslingen 1933−1942

Am 75. Jahrestag steht die Geschichte der Esslinger Juden während der NS-Zeit im Mittelpunkt des Gedenkens. Akteure sind in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler des Esslinger Georgii-Gymnasiums. In verschiedenen Annäherungen zeichnen sie die Geschichte der Esslinger Juden bis zu ihrer Deportation nach und beleuchten an dokumentarischen Zeugnissen ihren Alltag, ihre Ausgrenzung, Verdrängung und zuletzt Deportation (und Vernichtung). Die Schülerinnen und Schüler gehen dem nach, was Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrem schulischen, sozialen und beruflichen Umfeld erlebt haben. Denn es berührt uns, wenn wir z.B. bedenken, dass auch Marta Goldschmidt einmal Schülerin am Georgii-Gymnasium war, bevor sie aus rassischen Gründen ausgeschlossen wurde. Was hat sie über diese Ereignisse in ihrem Tagebuch notiert? Was schrieb Martha Oppenheimer 1941, wenige Monate vor der Deportation und Vernichtung ihrer Familie, an die ins Exil nach Amerika geflohenen Freunde? − 13 Schülerinnen und Schüler haben sich mit diesen und anderen Zeugnissen beschäftigt. Sie werden denen, die ausgelöscht werden sollten und millionenfach ausgelöscht wurden, ihre Stimme leihen. Und sie werden ihnen im Erinnern etwas von dem zurückgeben, was man ihnen in Deutschland damals abgesprochen hat: etwas von ihrer Würde als Menschen.

Montag, 27.01.2020
19:00 Uhr

Weitere Informationen/Besonderes:

Montag, 27. Januar 2020
19.00 Uhr

Schülerinnen und Schüler der 9. und 11. Klasse des Georgii-Gymnasiums

Esslingen
Evang. Gemeindehaus am Blarerplatz

Veranstalter: DENK-ZEICHEN e.V. Esslingen, zusammen mit der keb Kath. Erwachsenenbildung Landkreis Esslingen, Evangelisches Bildungswerk, Evang. und Kath. Gesamtkirchengemeinde und Stadt Esslingen am Neckar

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