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Fastentücher

Geschichte und Bedeutung dieses alten kirchlichen Brauchs (mit Fotos)

Vortrag

Aus anderen Religionen kennen wir die Gewohnheit, das Heilige, Allerheiligste zu verhüllen, es nur wenigen Personen zugänglich zu machen. So war im jüdischen Tempel das Allerheiligste mit der Bundeslade verhüllt durch den Tempelvorhang. Nur der Priester hatte Zugang zu diesem Raum. In den Ostkirchen versperrt die Bilderwand mit dem Königstor bis heute sowohl den Zugang als auch den Blick in den Altarraum für die Gottesdienstbesucher. Die abendländischen westlichen Kirchen bevorzugten hingegen schon im Mittelalter das Sichtbarmachen des Geheimnisses, den freien Blick auf den Altarraum, das Zeigen des Allerheiligsten in der Monstranz. Das Gesagte mag schon die Wurzeln für die Fastentuch-Idee, die schon mehr als 1000 Jahre alt ist, deutlich machen. In einer angelsächsischen Chronik von 895 wird berichtet, dass zu Beginn der Fastenzeit "ein Tuch zwischen Altar und Volk aufgezogen wird". Dieser Brauch verbreitete sich schnell über das ganze Abendland.
Der Vortrag beleuchtet Geschichte, Bedeutung und Entwicklung dieses liturgischen Brauchs und die ganz verschiedene Art und Gestaltung diese Tücher. Jahrhunderte lang gab es keine Fastentücher mehr. 1976 ließ das bischöfliche Hilfwerk MISEREOR diese fast vergessene Tradition wieder aufleben.

Mittwoch, 18.04.2018
19:30 Uhr

Neuhausen a.d.F., Kath. Gemeindehaus,
Klosterstraße 10

Marianne Eder, kath. Theologin, OStR,
Herrenberg

Weitere Informationen/Besonderes:
Eine Ausstellung im Rathaus zeigt bis zum 05. Mai 2018 alle 19 Tücher, die seit 1976 entstanden sind

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